Naturpark Mürzer Oberland

Naturpark Mürzer Oberland

Ruhe, Natur und regionaler Genuss in der Steiermark

Wo findet man in der Steiermark noch eine ruhige Urlaubsregion ohne Massentourismus – mit ursprünglicher Natur, abwechslungsreichen Wanderungen, regionaler Küche und echter Kultur?

 

Im Nordosten der Steiermark liegt mit dem Naturpark Mürzer Oberland eine Region für Menschen, die bewusst Abstand vom Alltag suchen. Zwischen den markanten Bergmassiven von Rax, Schneealpe und Veitsch prägen ausgedehnte Wälder, stille Almen, klare Gebirgsbäche und alpine Flusstäler die Landschaft.

Hier geht es nicht um möglichst viele Attraktionen an einem Tag. Es geht um Zeit: für eine Wanderung, für eine Einkehr, für Naturbeobachtungen und für Begegnungen mit Menschen, die ihre Region kennen und bewahren.

Der Naturpark eignet sich besonders für Gäste, die Ruhe, Bewegung und authentische Landschaften suchen. Wer große Freizeitanlagen, Nachtleben oder touristische Dauerinszenierung erwartet, wird anderswo eher fündig.

Wandern und abschalten zwischen Rax und Schneealpe

Das Mürzer Oberland erstreckt sich entlang des oberen Mürztales und umfasst eine vielfältige alpine Kulturlandschaft. Kalkgebirge, bewaldete Hänge, Hochflächen und Almen wechseln sich mit kleinen Ortschaften und stillen Seitentälern ab.

Die Mürz entspringt nördlich der Schneealpe aus zwei Quellbächen. Auf ihrem Weg durch den Naturpark fließt sie unter anderem durch Mürzsteg und Neuberg an der Mürz. Ihr Verlauf verbindet Landschaft, Siedlungen und Geschichte der Region.

Zu den bekanntesten Wandergebieten zählen:

  • das weitläufige Schneealmplateau,
  • die Heukuppe und der Predigtstuhl auf der Rax,
  • die Almen und Wälder rund um Neuberg und Mürzsteg,
  • die Übergänge und Seitentäler zwischen Schneealpe, Rax und Veitsch.

Neben anspruchsvolleren Bergtouren gibt es gemütliche Wanderungen, Themenwege und Naturerlebnisangebote. Viele Wege führen durch ruhige Waldgebiete und über Almen, auf denen die traditionelle Bewirtschaftung bis heute sichtbar ist.

Natur erleben, ohne sie zu verbrauchen

Der Naturpark Mürzer Oberland versteht sich nicht nur als Urlaubsregion, sondern als Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Natur- und Kulturlandschaft sollen erlebbar bleiben, ohne empfindliche Lebensräume zu überlasten.

Zu den bedeutenden Naturjuwelen gehören das Schneealmplateau, die Karstlandschaften rund um Heukuppe und Predigtstuhl, die Schüttflächen des Steinalpls sowie der geschützte Moorkomplex Naßköhr auf der Hinteralm.

Gerade besonders sensible Gebiete werden nicht uneingeschränkt touristisch beworben. Das Naßköhr und andere ökologisch wertvolle Lebensräume können teilweise nur im Rahmen geführter Naturerlebnisse besucht werden. Damit sollen Moore, seltene Pflanzen und störungsempfindliche Tierarten langfristig geschützt werden.

Auch bei stark besuchten Wanderzielen setzt der Naturpark auf Besucherlenkung. Das bedeutet: Menschen sollen die Landschaft erleben können, zugleich aber Rücksicht auf Wildtiere, Almbewirtschaftung, Waldarbeit und Schutzgebiete nehmen.

Die frühere Erlebnisweganlage in der Roßlochklamm ist aus Sicherheitsgründen leider dauerhaft gesperrt. Die natürliche Klamm bleibt dennoch ein landschaftlich bemerkenswerter Teil der Region.

Eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt

Die Höhenunterschiede und unterschiedlichen Lebensräume machen das Mürzer Oberland zu einem Rückzugsgebiet für zahlreiche alpine Tier- und Pflanzenarten.

Auf Almen, in lichten Wäldern und in felsigen Bereichen wachsen unter anderem Edelweiß, Kohlröschen, seltene Enzianarten und Frauenschuh. In den Mooren finden sich Torfmoose, Rundblättriger Sonnentau und Scheiden-Wollgras.

Mit etwas Geduld und Rücksicht lassen sich Gämsen, Rotwild oder Steinwild beobachten. Auch Steinadler, Auerwild, Birkwild und Alpenschneehuhn kommen in der Region vor. Bäche, Feuchtgebiete und Teiche bieten Lebensräume für Fischotter, Erdkröten, Frösche, Unken und Molche.

Geführte Wanderungen und Naturvermittlungsangebote ermöglichen einen tieferen Einblick in diese Lebensräume, ohne sensible Bereiche unnötig zu beeinträchtigen.

Regionale Küche statt beliebiger Urlaubsgastronomie

Zur Erholung gehört im Mürzer Oberland auch das gute Essen. Die regionale Küche ist bodenständig, saisonal und eng mit Landwirtschaft, Almwirtschaft, Wald und Jagd verbunden.

Serviert werden traditionelle steirische Gerichte, Wildspezialitäten, Produkte von bäuerlichen Betrieben sowie Käse, Honig und weitere Erzeugnisse aus der Region. Der Waldhonig gilt als charakteristisches Leitprodukt des Naturparks.

Ein besonderer kulinarischer Botschafter der Region ist der Gasthof Schäffer. Regionale Qualität lässt sich außerdem bei bäuerlichen Produzenten und bei der Bio-Almkäserei Lurgbauer erleben.

Die kulinarische Stärke der Region liegt nicht in einer großen Zahl an Haubenlokalen oder inszenierten Genusstempeln. Sie liegt in ehrlichen Produkten, überschaubaren Betrieben und Gerichten, die zur Landschaft und zur Geschichte des Mürzer Oberlandes passen.

Kultur und Geschichte inmitten der Natur

Neben Bergen, Wäldern und Almen besitzt das Mürzer Oberland ein überraschend vielfältiges kulturelles Erbe.

Stift und Münster Neuberg

Das ehemalige Zisterzienserstift Neuberg prägt das Ortsbild von Neuberg an der Mürz. Das Neuberger Münster zählt zu den bedeutenden gotischen Hallenkirchen Österreichs und besitzt den größten Holzdachstuhl einer Kirche in Österreich.

Im Stift befinden sich unter anderem ein Kreuzgang mit Darstellungen der Äbte, ein Renaissance-Hochaltar und der Kapitelsaal mit der Stiftergruft. Dort sind Herzog Otto der Fröhliche und Angehörige seiner Familie bestattet.

NaturErlebnisMuseum „nature4future“

Auf dem Stiftsareal befindet sich das NaturErlebnisMuseum „nature4future“. Die umfangreiche Sammlung von Tierpräparaten und Naturdarstellungen vermittelt die Tierwelt der Region und verbindet historische Sammlungsbestände mit zeitgemäßer Naturvermittlung.

Das Museum eignet sich besonders als Ergänzung zu Wanderungen und Naturbeobachtungen – auch bei weniger gutem Wetter oder für Familien, die mehr über die Landschaft erfahren möchten.

Kaiserhof Glasbläserei und Handwerkskultur

Ebenfalls auf dem Stiftsgelände arbeitet eine die Kaiserhof Glasmanufaktur, eine Schauglasbläserei, mit traditionellen Methoden. Besucherinnen und Besucher können miterleben, wie aus heißer, flüssiger Glasschmelze kunstvolle Glasobjekte entstehen. Zusätzlich gibt es im Stift noch eine Töpferei und eine Dirndl- und Trachtenschneiderei.

Holzknecht- und Heimatmuseum

Das Holzknecht- und Heimatmuseum erinnert an die harte Arbeit der Waldarbeiter und an das frühere Alltagsleben in der Region. Historische Werkzeuge, Arbeitsgeräte und Gebrauchsgegenstände machen sichtbar, wie stark Forstwirtschaft und Holznutzung das Mürzer Oberland geprägt haben. Vor dem Museum wurde eine Holzknechthütte originalgetreu nachgebaut.

Josef-Pillhofer-Skulpturenhalle

Die Josef-Pillhofer-Skulpturenhalle in Neuberg an der Mürz zeigt Skulpturen und Arbeiten auf Papier des österreichischen Künstlers Josef Pillhofer. Sie setzt einen bemerkenswerten zeitgenössischen Akzent innerhalb der historischen Kulturlandschaft.

Weitere kleine Entdeckungen

Im Ortsteil Kapellen steht das größte funktionstüchtige Spinnrad der Welt. In Altenberg an der Rax informieren das Bergwerksmuseum Montanarum und der Erlebnisweg „klimawandeln“ über Bergbaugeschichte, Landschaft und Klimaveränderungen.

Der Wald der Sinne lädt dazu ein, Natur nicht nur zu betrachten, sondern bewusst wahrzunehmen.

Eine Landschaft, die von Arbeit geprägt wurde

Das heutige Erscheinungsbild des Naturparks ist nicht ausschließlich ursprüngliche Wildnis. Es ist auch das Ergebnis jahrhundertelanger Nutzung.

Bergbau, Eisenverarbeitung, Forstwirtschaft, Jagd und Almwirtschaft haben die Region geprägt. Bis heute spielt die Forstwirtschaft eine bedeutende Rolle. Viele Almen und artenreiche Kulturlandschaften könnten ohne regelmäßige Bewirtschaftung langfristig nicht erhalten werden.

Nachhaltiger Tourismus bedeutet daher nicht, jede Nutzung aus der Landschaft auszuschließen. Entscheidend ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Naturschutz, regionaler Wirtschaft, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Erholung.

Zu den zentralen Themen des Naturparks gehören:

  • Schutz und Förderung der Biodiversität,
  • Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel,
  • nachhaltige Wald- und Almwirtschaft,
  • Quellwasserschutz,
  • Naturvermittlung,
  • Besucherlenkung in sensiblen Gebieten,
  • Zusammenarbeit mit Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern.

Klein, überschaubar und persönlich

Der Naturpark Mürzer Oberland umfasst rund 226 Quadratkilometer und zählt etwa 2.400 Einwohnerinnen und Einwohner. Diese geringe Bevölkerungsdichte trägt wesentlich zur Ruhe und Ursprünglichkeit der Region bei.

Rund 30 Nächtigungsbetriebe bieten Unterkünfte in unterschiedlichen Kategorien an. Darunter befinden sich auch speziell ausgezeichnete Naturpark-Partnerbetriebe. Zwei Naturparkschulen, zwei Naturpark-Kindergärten und zahlreiche ausgebildete Naturvermittlerinnen und Naturvermittler tragen dazu bei, Wissen über Natur und Landschaft weiterzugeben.

Das touristische Angebot bleibt bewusst überschaubar. Persönliche Betreuung, kleine Strukturen und regionale Zusammenarbeit stehen stärker im Mittelpunkt als große Hotelanlagen oder standardisierte Freizeitangebote.

Für wen eignet sich das Mürzer Oberland?

Der Naturpark ist besonders geeignet für:

  • Menschen, die beim Wandern Ruhe und Weite suchen,
  • Paare und Alleinreisende, die bewusst abschalten möchten,
  • Familien mit Interesse an Natur und regionaler Kultur,
  • Gäste, die kleine Unterkünfte großen Tourismusbetrieben vorziehen,
  • Naturbeobachterinnen und Naturbeobachter,
  • Freundinnen und Freunde regionaler Küche,
  • kulturinteressierte Besucherinnen und Besucher,
  • Menschen, die nachhaltiges Reisen ernst nehmen.

Urlaub ohne Massentourismus

Das Mürzer Oberland ist keine Region der spektakulären Inszenierungen. Sein Wert liegt gerade im Unaufgeregten: in stillen Wäldern, offenen Almen, klaren Quellen, kulturgeschichtlich bedeutenden Bauwerken und Gasthäusern, in denen regionale Küche noch selbstverständlich ist.

Wer Erholung nicht mit möglichst vielen Programmpunkten verwechselt, findet hier eine Landschaft, die Raum lässt – zum Gehen, Schauen, Genießen und Durchatmen.

 

Am 26. Oktober 2003 wurde nicht nur der österreichische Nationalfeiertag gefeiert

Der Naturpark Mürzer Oberland wurde gegründet, das Prädikat "Naturpark" wurde verliehen.

 

Seit diesem Datum hat sich im Naturpark Mürzer Oberland, der die Ortsteile Altenberg an der Rax, Kapellen, Mürzsteg und Neuberg an der Mürz umfasst, viel getan und etliches konnte bewirkt werden.

 

Dank vieler engagierter Menschen ist es gelungen, zahlreiche Projekte im Bereich Bildung, Erholung, Naturschutz und Regionalentwicklung auszuarbeiten und umzusetzen.

 

Maßnahmen, die ergriffen wurden, um diese einmalige Kulturlandschaft – umringt von Schneealm, Rax und Hoher Veitsch – sowohl wirtschaftlich als auch touristisch anzuheben und nachhaltig zu stärken, damit wir diesen Lebensraum auch den nächsten Generationen als Lebensgrundlage erhalten und bewahren können. 

Ansuchen auf Förderantrag

31. März 1998

 

Prädikatsverleihung

26. Oktober 2003

 

besonderes Ziel

Erlangung des Prädikats "Naturpark" als Grundlage für die Stärkung eines naturverträglichen Tourismus

 

Obmänner

  • Franz Pollross, 1998 - 2006 (Ehrenobmann)
  • Stefan Teveli, 2006 - 2015 (Ehrenobmann)
  • Siegfried Darnhofer, seit 2015

Pressetext

 

 

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